HSP STEUER Hellwig GmbH

Steuerberatungsgesellschaft

Wareneinkauf

im Network-Marketing

Wer im Network-Marketing startet, denkt zuerst an Produkte, Menschen und den Aufbau seines Teams, nicht an Buchhaltung. Genau hier entsteht später eines der größten Probleme: der Wareneinkauf.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe
„Smart & Simple – spare Lebenszeit für deine Leidenschaft“.
Im Fokus dieser Reihe steht die Vereinfachung typischer Unternehmerprozesse, insbesondere rund um Buchführung und die Zuarbeit für den Steuerberater.

Viele Networker kaufen regelmäßig Produkte ein, ohne genau zu wissen, was davon steuerlich relevant ist, wie diese Einkäufe korrekt erfasst werden müssen und worauf das Finanzamt später tatsächlich achtet. Das führt häufig zu Unsicherheit, falschen Annahmen und unnötigem Aufwand – obwohl es auch deutlich einfacher geht.

Die Herausforderung:
Der Wareneinkauf im Network-Marketing ist steuerlich besonders anspruchsvoll, weil die Produkte nicht nur verkauft werden. Sie werden zum Beispiel:

  • selbst genutzt
  • vorgeführt an Familie oder Teampartner
  • weitergegeben eingelagert
  • oder später verkauft

Für viele ist völlig unklar, was davon Betriebsausgabe ist, was privat gilt und wie man das sauber voneinander trennt. Der Wareneinkauf ist einer der größten Kostenblöcke im Network-Marketing. Wer ihn nicht versteht, verschenkt oft bares Geld oder macht unbewusst Fehler. 

Die gute Nachricht:
Du musst nicht jede einzelne Bestellung kompliziert auseinanderrechnen oder steuerlich „perfekt“ sein. Es gibt ein praxisbewährtes, einfaches Vorgehen, das speziell auf Network-Marketing zugeschnitten ist und das wir dir hier Schritt für Schritt erklären.

In diesem Beitrag erfährst du:

  • Warum der Wareneinkauf im Network-Marketing anders zu behandeln ist als im klassischen Handel
  • worauf es steuerlich wirklich ankommt
  • und wie du deine Wareneinkäufe verständlich, zeitsparend und sauber dokumentieren kannst

Ganz ohne Vorkenntnisse in Steuer oder Buchhaltung.

Der grundlegende Gedanke

Beim Wareneinkauf im Network-Marketing geht es nicht darum, jede einzelne Bestellung bis ins letzte Detail steuerlich aufzuteilen. Entscheidend ist vielmehr, wie die Produkte tatsächlich verwendet werden.

Produkte werden im Network-Marketing sehr unterschiedlich eingesetzt:
Sie werden verkauft, vorgeführt, selbst genutzt, weitergegeben oder zunächst eingelagert. Genau deshalb ist der Wareneinkauf steuerlich nicht automatisch mit dem klassischen Wareneinsatz im Handel vergleichbar.

Wichtig zu verstehen: Nicht der Einkauf an sich ist das steuerlich Entscheidende – sondern das, was später mit der Ware passiert.

Einfache Lösung statt Perfektion

Viele Networker versuchen anfangs, alles „richtig“ zu machen und verlieren sich dabei in Details. Das Ergebnis ist oft das Gegenteil von Klarheit. Verunsicherung, Zeitverlust und am Ende trotzdem Rückfragen.

Aus steuerlicher Sicht gilt jedoch:

  • Vollständigkeit ist wichtiger als Detailverliebtheit
  • Nachvollziehbarkeit ist wichtiger als rechnerische Perfektion
  • Ein stimmiges Gesamtbild ist wichtiger als Einzelpositionen

Genau hier setzt unser vereinfachtes, praxisnahes Vorgehen an, das sowohl für dich als Unternehmer als auch für den Steuerberater gut funktioniert.

Smart & Simple

Waren-Einkaufs­rechnungen
(Eingangs­rechnungen)

Die Rechnungen werden nicht mehr als Kosten in der Buchführung berücksichtigt. Das gilt sowohl für die Umsatzsteuer als auch für Betriebsausgabe. Es werden keine Auseinanderrechnungen, Statistiken oder Namen notiert.

Die Rechnungen werden einfach nur abgeheftet und separat aufbewahrt. Die Aufbewahrung der Eingangsrechnungen ist weiterhin wichtig!

Da das Finanzamt in der Regel weiß, in welcher Höhe wir Waren eingekauft haben (Kontrollmitteilung – siehe Steuer-Mythen 6) sollte die später geführten Übersichten/Listen schlüssig, ehrlich und realistisch sein.

Aufteilung: betrieblich oder privat

Beim Wareneinkauf im Network-Marketing ist nicht entscheidend, dass Produkte gekauft werden, sondern wie sie tatsächlich genutzt werden.

Viele Networker gehen davon aus, dass jeder Einkauf automatisch eine Betriebsausgabe ist. Das ist jedoch nicht korrekt und führt später häufig zu Unsicherheiten oder Problemen.

Steuerlich relevant wird ein Produkt erst dann, wenn es einen betrieblichen Bezug hat, zum Beispiel, wenn es verkauft wird, im Rahmen von Vorführungen oder Veranstaltungen eingesetzt wird oder gezielt zur Förderung des eigenen Network-Business dient.

Produkte, die ausschließlich privat genutzt werden, gehören dagegen nicht in die betriebliche Betrachtung, auch dann nicht, wenn sie über das Network bezogen wurden.

Gerade im Network-Marketing ist diese Abgrenzung wichtig, weil Produkte oft sowohl im Alltag als auch im Business-Kontext genutzt werden. Entscheidend ist dabei immer der Zweck der Verwendung, nicht der Kauf selbst.

Eine klare Trennung zwischen betrieblicher und privater Nutzung ist keine Formalität, sondern die Grundlage für eine nachvollziehbare und steuerlich saubere Darstellung.

Verwendungs­nachweis

In diesem Vorgehen wird nicht jede Einkaufsrechnung einzeln aufgeteilt. Stattdessen wird die tatsächliche Verwendung der Produkte dokumentiert.

Das bedeutet konkret:

  • Keine aufwendige Trennung jeder Bestellung
  • Kein Nachrechnen einzelner Produktpositionen
  • Kein unnötiger bürokratischer Aufwand

Stattdessen werden klare, einfache Übersichten geführt, die zeigen:

  • was verkauft wurde
  • was weitergegeben wurde
  • was für Vorführungen genutzt wurde

So entsteht eine saubere, realistische und steuerlich gut nachvollziehbare Darstellung.

Dieses Vorgehen hat drei große Vorteile:

  • Zeitersparnis: deutlich weniger Aufwand in der laufenden Buchführung
  • Klarheit: du behältst den Überblick, was mit den eingekauften Produkten tatsächlich passiert ist
  • Sicherheit: Rückfragen vom Finanzamt lassen sich sachlich und ruhig beantworten

Gerade für Networker ohne steuerliche Vorkenntnisse ist das ein entscheidender Punkt.

Die fünf Verwendungs­listen im Überblick

Um den Wareneinkauf im Network-Marketing einfach, nachvollziehbar und steuerlich sauber darzustellen, werden die Produkte nicht über einzelne Rechnungen, sondern über klare Verwendungslisten erfasst.
Jede Liste bildet eine bestimmte Nutzungsart ab und sorgt dafür, dass der Wareneinsatz verständlich und plausibel bleibt.

Die 5 Verwendungslisten

  1. Verkaufte Produkte (Kunden) 
  2. Weitergabe an Familie & Teampartner
  3. Einkauf über Teampartner
  4. Vorführprodukte
  5. Veranstaltungen

Nutze unsere vorbereiteten Excel-Listen, um den Wareneinsatz und Veranstaltungen einfach und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Liste 1: Verkaufte Produkte (Kunden)

Diese Liste erfasst alle Produkte, die an Kunden verkauft wurden.

Sie bildet die Grundlage für:

  • deine Umsätze deine
  • Betriebseinnahmen
  • und den steuerlich relevanten Wareneinsatz

Was wird erfasst?

  • Jeder Verkauf gegen Entgelt
  • Für jeden Verkauf wird eine Rechnung erstellt (auch bei Barverkäufen)

Nicht relevant ist, wie hoch der tatsächliche Einkaufspreis war oder wie das Produkt zuvor genutzt wurde.

Wareneinsatz:
Der Wareneinsatz wird pauschal mit 70 % des Listenpreises angesetzt.

Diese Pauschale ist praxisnah, berücksichtigt typische Network-Strukturen und ersetzt die aufwendige Aufteilung einzelner Einkaufsrechnungen.

Liste 2: Weitergabe an Familie & Teampartner

Diese Liste erfasst Produkte, die nicht verkauft, sondern weitergegeben werden, zum Beispiel an Familie oder Teampartner.

Was wird erfasst?

  • Abgabe ohne Verkauf
  • Keine Gewinnerzielung
  • Kein Kundenumsatz

Diese Vorgänge gehören nicht in die Verkaufsliste. Erzielt ein Vorgang doch einen Gewinn, gehört er wieder in Liste 1.

Liste 3: Einkauf über Teampartner

Diese Liste dient der Vollständigkeitskontrolle.

Was wird erfasst?

  • Produkte, die nicht direkt beim Unternehmen, sondern über Teampartner bezogen wurden

Ziel ist nicht die Kostenberechnung, sondern die Nachvollziehbarkeit, damit die Gesamtmenge der eingesetzten Produkte schlüssig bleibt.

Liste 4: Vorführprodukte

Vorführprodukte sind Waren, die gezielt für Präsentationen und Gespräche genutzt werden.

Was wird erfasst?

  • Produkte für Vorführungen
  • Produkte, die getestet oder gezeigt werden
  • Idealerweise getrennt gelagert

Verluste durch Verbrauch, Bruch oder Ablauf sind realistisch. Wichtig ist ein plausibles Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung.

Liste 5: Veranstaltungen

Diese Liste stellt den Kontext für den Einsatz von Vorführprodukten her.

Was wird erfasst?

  • Datum der Veranstaltung
  • Art der Veranstaltung
  • Anzahl der Teilnehmer

Zusätzlich wird empfohlen, eine einfache Teilnehmerliste zu führen.

Die Teilnehmerliste dient nicht der Kontrolle einzelner Personen, sondern der Plausibilisierung des Produkteinsatzes. Sie zeigt, dass Vorführprodukte im Rahmen einer konkreten Veranstaltung eingesetzt wurden und unterstützt die Nachvollziehbarkeit gegenüber dem Finanzamt.

Fazit

Ziel dieses Vorgehens ist es, den Wareneinkauf im Network-Marketing einfach, nachvollziehbar und steuerlich sauber abzubilden.

Alle eingekauften Produkte werden einheitlich auf Basis des Listenpreises betrachtet und pauschal mit 70 % als Wareneinsatz berücksichtigt. Damit werden typische Rabatt- und Provisionsstrukturen realistisch abgebildet – unabhängig davon, ob Produkte im Rahmen von Aktionen oder zu unterschiedlichen Konditionen eingekauft wurden.

Entscheidend ist dabei nicht rechnerische Perfektion, sondern ein stimmiges Gesamtbild. Kleinere Abweichungen lassen sich in der Praxis nicht vermeiden. Sie stehen jedoch in einem angemessenen Verhältnis zum Zeit- und Arbeitsaufwand, der notwendig wäre, jede einzelne Bewegung centgenau nachzuvollziehen.

Wichtig ist vor allem eines: Die geführten Übersichten müssen ehrlich, schlüssig und plausibel sein. Eine saubere Dokumentation schützt vor unnötigen Rückfragen und sorgt für Ruhe – sowohl im laufenden Geschäft als auch bei späteren Prüfungen.

Dieses Vorgehen steht für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Interessen des Unternehmers und den Anforderungen des Finanzamts. Nicht kompliziert, nicht leichtfertig – sondern klar, fair und praxistauglich.

Nutze unsere vorbereiteten Excel-Listen, um den Wareneinsatz und Veranstaltungen einfach und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Hinweis

Diese Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Sie sollen dir helfen, mögliche Sachverhalte besser einzuordnen und offene Punkte mit deinem Steuerberater zu klären.

HSP STEUER Hellwig GmbH
An der Pastoa 13, 03042 Cottbus
cottbus@hsp-steuer.de

Onboarding Steuer-Flow

Was passiert? Du lernst uns kennen, bekommst einen klaren Überblick über unsere Philosophie, Leistungen und Kosten – alles transparent von Anfang an.

In der PM-Familie ist die Anrede mit dem persönlichen „Du“ üblich. Ich hoffe, das ist für dich in Ordnung.
Bsp.: mail.adresse@gmail.com

Mit dem Absenden meiner Anfrage gehe ich noch keinen Vertrag ein oder kaufe etwas verpflichtend. Es ist lediglich eine Interessensbekundung.

Wir verwenden Brevo als unsere Marketing-Plattform. Indem du das Formular absendest, erklärst du dich einverstanden, dass die von dir angegebenen persönlichen Informationen an Brevo zur Bearbeitung übertragen werden gemäß den Datenschutzrichtlinien von Brevo.