HSP STEUER Hellwig GmbH

Steuerberatungsgesellschaft

Steuerplanung

nach dem Motto
Aus den Augen – aus dem Sinn

Warum Steuerplanung im Network-Marketing so wichtig ist

Wer im Network-Marketing startet, freut sich über jede Provision. Was dabei oft unterschätzt wird: Nicht jeder verdiente Euro bleibt auch ein Euro.

Steuern werden nicht sofort sichtbar. Genau das macht sie gefährlich. Ohne Planung kommt es schnell zu unangenehmen Nachzahlungen – obwohl das Business eigentlich gut läuft.

Dieser Beitrag zeigt einen einfachen, praxiserprobten Weg, wie du deine Steuerlast von Anfang an im Griff behältst – ohne Rechnen, ohne Stress und ohne böse Überraschungen.

Wie Einkommensteuer wirklich funktioniert (einfach erklärt)

In Deutschland gilt ein Grundfreibetrag. Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.000 € (Stand 2025) fällt keine Einkommensteuer an. Das Existenzminimum bleibt steuerfrei.

Verdienst du mehr, greift die Steuerprogression:

  • Die Steuer steigt nicht linear, sondern stufenweise
  • Je höher dein Einkommen, desto höher der Steuersatz auf den jeweils nächsten Euro

Zwei Beispiele zur Einordnung

Beispiel 1:

  • Zu versteuerndes Einkommen: 13.000 €
  • Einkommensteuer: 134 €
  • Durchschnittssteuersatz: 1,0 %
  • Grenzsteuersatz: 15,7 %

Jeder zusätzliche Euro kostet hier bereits rund 16 Cent Steuern.

Beispiel 2:

  • Zu versteuerndes Einkommen: 70.000 €
  • Einkommensteuer: 18.488 €
  • Durchschnittssteuersatz: 26,4 %
  • Grenzsteuersatz: 42 %

Jeder weitere Euro kostet 42 Cent Steuern.

Warum ein Hinzuverdienst fast immer zu Nachzahlungen führt

Viele Networker sind angestellt und erzielen ihr Haupteinkommen über Lohn und Gehalt. Diese Einkünfte werden bereits durch Lohnsteuer belastet.

Kommt nun ein zusätzlicher Verdienst aus dem Network-Marketing hinzu:

  • erfolgt kein automatischer Steuerabzug
  • die Steuer fällt erst mit der Einkommensteuererklärung an

Eine Nachzahlung ist damit die Regel – nicht die Ausnahme.

Wie hoch sie ausfällt, ist individuell:

  • abhängig vom Gesamteinkommen
  • abhängig von den Betriebsausgaben
  • abhängig von der persönlichen Steuersituation

Eine exakte Prognose ist daher kaum möglich.

Smart & Simple

Die einfache Lösung: Das Steuerkonto

Statt zu rechnen oder zu schätzen, gibt es eine einfache und sichere Lösung:

Lege von jeder Provisionszahlung 50 % auf ein separates Steuerkonto.

Dieses Konto wird nicht für den Alltag genutzt. Es dient ausschließlich der Steuerzahlung.

Warum das so gut funktioniert:

  • Das Geld ist mental aus dem Blick
  • Steuerzahlungen können jederzeit geleistet werden
  • Nachzahlungen verlieren ihren Schrecken
  • du behältst jederzeit die Kontrolle

Viele Banken bieten heute kostenlose Konten mit Unterkonten an. Damit lässt sich das Steuerkonto problemlos einrichten.

Praktischer Tipp: Einzugs­ermächtigung für das Finanzamt

Besonders sinnvoll ist es, dem Finanzamt eine Einzugsermächtigung genau für dieses Steuerkonto zu erteilen.

Von diesem Konto werden dann:

  • Umsatzsteuervorauszahlungen
  • Einkommensteuervorauszahlungen
  • eventuelle Nachzahlungen

beglichen.

Da auf dem Konto sonst keine Bewegungen stattfinden, ist jederzeit klar:

  • wie viel eingezahlt wurde
  • wie viel bereits abgeflossen ist
  • was am Ende übrig bleibt

Was nach dem Jahresabschluss passiert

Nach Erstellung des Jahresabschlusses und der Steuererklärungen ergibt sich:

  • eine Nachzahlung oder
  • eine Erstattung

Das verbleibende Guthaben auf dem Steuerkonto steht dir danach frei zur Verfügung.

Man kann es durchaus so sehen: Eine hohe Steuernachzahlung ist ein Zeichen dafür, dass dein Business wächst.

Entscheidend ist nur, dass das Geld dafür bereits bereitliegt.

Sonderfall: Haupterwerb im Network-Marketing

Wer seinen Gewerbebetrieb hauptberuflich ausübt und regelmäßig Betriebsausgaben hat, kann das Vorgehen anpassen.

In diesem Fall empfiehlt sich:

70 % der Provisionszahlung auf dem Steuerkonto zu parken
(Provision minus Betriebsausgaben als Grundlage).

So bleibt auch hier ausreichend Liquidität für spätere Steuerzahlungen.

Fazit

Steuern lassen sich nicht vermeiden – aber steuern.

Wer den Hinzuverdienst bewusst „aus den Augen bringt“, schafft sich finanzielle Ruhe und Planungssicherheit.

Lege deine Provisionen so zurück, dass sie dich im Alltag nicht verführen. Erst wenn alle Steuern bezahlt sind, wird sichtbar, was wirklich übrig bleibt.

Dein Vorteil:

  • keine bösen Überraschungen
  • kein Stress mit Nachzahlungen
  • und ein gutes Gefühl, dass das Business funktioniert

Hinweis

Diese Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Sie sollen dir helfen, mögliche Sachverhalte besser einzuordnen und offene Punkte mit deinem Steuerberater zu klären.

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